Stress Coaching: Was es wirklich ist – und warum so viele es noch nicht kennen

Du funktionierst noch.

Du erledigst deinen Job, kümmerst dich um die Familie, hältst den Laden am Laufen.

Aber es kostet dich jeden Tag mehr Kraft. Die Erschöpfung sitzt tiefer, die Gereiztheit kommt schneller, und irgendwo im Hinterkopf tickt die Frage: “Wie lange halte ich das noch durch?

Würdest du einem Freund raten, sich Hilfe zu holen, wenn du merkst, er ist überfordert und es geht ihm immer schlechter?” Die meisten Menschen würden diese Frage wohl mit einem wohlwollenden “Ja, natürlich!” beantworten. Und trotzdem versuchen unzählige, sich lieber alleine durchzukämpfen.

Nicht jeder Stress macht uns krank. Entscheidend ist unter anderem, wie häufig, wie intensiv und wie lange unser System belastet ist – und wie wir damit umgehen. Und genau hier setzt Stress Coaching an.

Was für Führungskräfte schon seit Jahren normal ist, bleibt für viele Menschen besonders außerhalb der großen Städte – immer noch eine große Unbekannte. Unvertrautheit mit dem Coaching-Prozess, alte Glaubenssätze und pure Stressreaktionen selbst halten uns davon ab, den nächsten Schritt zu gehen.

 

Die Belastungen haben sich verändert, aber nicht verringert: Dauerhochleistung im Job, private Mehrfachrollen, digitale Dauererreichbarkeit und das Gefühl, nie wirklich abschalten zu können. Die Frage ist nicht mehr “Wann wird’s endlich wieder ruhiger?”, sondern:Wann fangen wir an, anders damit umzugehen?”

Der entscheidende Unterschied zwischen diesen Fragen: die erste hält mich in einer Opferrolle, ich bin passiv und von anderen abhängig. Die zweite stärkt maximal meine Selbstwirksamkeit.

Die Zeit zu handeln ist jetzt!

 

Typische Gedanken, die viele Menschen abhalten:

  • “Ich kann mir unter Stress Coaching überhaupt nichts vorstellen”

  • “Ich muss meine Probleme alleine lösen können”

  • “Andere bekommen das doch auch hin”

  • “Das ist was für Kranke – mir geht’s noch nicht so schlecht!”

  • “Da muss ich einfach durch”

  • “Dann gebe ich ja zu, dass ich gescheitert bin”

 

Stresskompetenz ist DAS Fundament für mentale Gesundheit!

 

Burnout-Prävention: Frühwarnzeichen bei Überforderung und Stress

Woran erkennst du, dass dein Umgang mit Stress nicht mehr trägt?

Die Anzeichen sind so individuell wie die Menschen selbst. Trotzdem lassen sie sich klar in vier Kategorien einteilen:

 

Körperliche Frühwarnzeichen

Herzklopfen, Engegefühl in der Brust, Atembeschwerden, Einschlafstörungen, chronische Müdigkeit, Magen-/Darmprobleme, Appetitlosigkeit, sexuelle Funktionsstörungen, Muskelverspannungen, Kopf- und Rückenschmerzen, kalte Hände/Füße, starkes Schwitzen.

 

Emotionale Frühwarnzeichen

Nervosität, innere Unruhe, Gereiztheit, Angst- und Versagensgefühle, Unzufriedenheit, Lustlosigkeit, niedrige Libido, innere Leere, das Gefühl, “ausgebrannt” zu sein.

 

Verhaltensbasierte Frühwarnzeichen

Aggressives Verhalten, Fingertrommeln, Zähneknirschen, schnelles Sprechen, andere unterbrechen, unregelmäßiges Essen, Alkohol oder Medikamente zur Beruhigung, Kontakte “schleifen lassen”, mehr Rauchen, weniger Bewegung.

 

Kognitive Frühwarnzeichen

Kreisende Gedanken, Konzentrationsstörungen, Blackouts, Tagträume, Albträume, Leistungsverlust und häufige Fehler.

 

Erkennst du mehrere dieser Zeichen bei dir? Dann ist es Zeit, etwas zu verändern. Und wenn du sie bei jemandem in deinem Umfeld siehst: ein ehrlicher Stupser von jemandem, dem man vertraut, kann der entscheidende Impuls sein.

 

Viele warten, bis der Körper oder die Psyche den Alltag massiv einschränkt. Die Wartezeiten auf einen Therapieplatz liegen in vielen Regionen weiterhin bei mehreren Monaten – sofern man sich überhaupt noch auf die Warteliste setzen lassen kann. Ganz ehrlich: diese Zustände sind bereits jenseits von Gut und Böse.

Coaching-Sessions sind im Vergleich dazu oft deutlich schneller verfügbar – und genau für den Bereich davor gedacht. Präventiv.

 

Was hält uns wirklich ab?

1. Scham und Schuld

Ich müsste das doch alleine schaffen.“ Scham und Schuldgefühle sind mächtige Gegner – wenn wir sie lassen. Jeder von uns hat sie. Willkommen im Menschsein. Statt dich dafür zu verurteilen, lade ich dich ein, neugierig zu werden: Woher kommen diese Gedanken eigentlich? Werd’ wunderfitzig.

2. Unvertrautheit mit dem Prozess

Als ich angefangen habe, als Stress Coach zu arbeiten, habe ich in meinem Umfeld oft leere Blicke geerntet: „Und was machst du da genau?“ Die mentale Kehrwoche, das Zähneputzen für den Kopf – das ist für viele noch Neuland. Bewusstsein zu schaffen ist deshalb unsere wichtigste Aufgabe.

3. Vorurteile und Prioritäten

Viele Angebote drehen sich um Entspannung, Yoga oder Meditation. Wenn dich das nicht anspricht, springst du ab. Dazu kommt: Mental Health hat im Alltag oft nicht denselben Stellenwert wie der nächste Konsumkauf. Die Mittel wären mitunter durchaus da – die Prioritäten sind es noch nicht (will sagen: für Black Friday oder Silvester z.B. gibt es ordentliche Budgets).

 

Dein Gehirn unter Stress

Dein Gehirn hat ein einziges Ziel: dein Überleben sichern. Unter starkem Stress verändern sich die Prozesse, mit denen wir Informationen bewerten, Entscheidungen treffen und Impulse kontrollieren. Komplexes, bewusstes Abwägen kann dadurch deutlich schwerer fallen.

Für kurze Gefahrensituationen ist das genial. Für Dauerstress ist es eine Katastrophe. Unser System ist nicht dafür gebaut, monatelang oder jahrelang in Alarmbereitschaft zu bleiben.

Wenn Dein Gehirn Energie sparen will, arbeitet es im Autopilot. Was bedeutet das genau? Unbewusste Prozesse übernehmen das Steuer und genau hier wird es faszinierend – und auch kritisch! Dein Gehirn nimmt entweder nur noch negative Dinge wahr oder sieht selbst positive Dinge in einem negativen Licht. Warum? Um mögliche Gefahren so schnell wie möglich zu entdecken. Früher hat das über Leben und Tod entschieden, in der heutigen Welt erschafft das einen Teufelskreis.

Eine weitere Möglichkeit für Dein Gehirn Energie zu sparen ist, immer recht zu haben. Das mag erst einmal komisch klingen, ist aber durchaus logisch. Eigene Denkweisen, Glaubenssätze und Meinungen kritisch zu hinterfragen und vor allem neue Dinge zu lernen kostet dein Gehirn massiv viel Energie. Das will es in Gefahrensituationen natürlich vermeiden und so blendet es alles aus, was nicht damit übereinstimmt. Deshalb sind Vorurteile auch so schwer aus dem Weg zu räumen. Dein Gehirn nimmt nur die Dinge wahr, die das Vorurteil bestätigen und blendet all die Dinge aus, die ihm widersprechen. Ne ganz schön fiese Nummer, oder?

Stell Dir das vor wie Google Maps. Du tippst dein Ziel ein und Google sucht automatisch die schnellste Strecke. Genauso funktioniert dein Gehirn. Alte, eingefahrene Denkmuster sind die Autobahn, die neuen Glaubenssätze und Verhaltensweisen sind der Trampelpfad. Die gute Nachricht: je öfter du die neue Strecke wählst, desto schneller wird aus dem Trampelpfad ein Waldweg, ein Schotterweg, dann eine Landstraße usw. Geh beharrlich den neuen Weg – und irgendwann wird dein Gehirn ihn automatisch wählen.

 

…und was passiert im Stress Coaching?

Manche Anbieter setzen vor allem auf Entspannung und Achtsamkeit. Das ist wertvoll. Richtig nachhaltig wird es aber erst, wenn wir an die Ursachen gehen: deine persönlichen Trigger, Denkmuster und Glaubenssätze.

Im Stress Coaching machen wir das Unbewusste bewusst. Wir schauen, welche Muster dich nicht mehr tragen, und ersetzen sie durch solche, die dich deinen Zielen näherbringen. Du kommst raus aus dem Autopiloten und wieder ans Steuer.

Ein wichtiger Punkt: Komplett ohne Stress zu leben ist weder möglich noch sinnvoll. Wenn dir nichts mehr etwas bedeutet, bist du auch nicht mehr lebendig. Wir suchen deinen Magic Spot – dein ideales Stresslevel, den sogenannten Eustress. Dort bist du leistungsfähig und gleichzeitig gesund. Nicht überfordert, aber auch nicht unterfordert.

(Falls bei dir vor allem emotionale Muster und blockierte Gefühle im Vordergrund stehen, schau dir gerne auch meinen Artikel zu Emotionscoaching an. Beides gehört zusammen – setzt aber an unterschiedlichen Stellen an.)

Stress Coaching als Schlüssel zu mehr Lebensqualität

Mein Ziel ist und bleibt: Prävention im Bereich der mentalen Gesundheit so normal zu machen wie den Besuch beim Zahnarzt – oder eben die gute alte schwäbische Kehrwoche.

Findest du dich in dem wieder, was du gelesen hast?

Dann ist der nächste Schritt kleiner, als du denkst.

Schreib mir einfach eine kurze Mail oder buche dir ein unverbindliches Erstgespräch. Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen.

Und falls du nicht in der Region bist: Online arbeite ich genauso gerne mit dir. Falls Du in Deiner Nähe einen Coach für ein Präsenzgespräch suchst, kann ich Dir bestimmt jemanden vermitteln. Melde Dich gerne bei mir!

Disclaimer

Coaching ist für gesunde Menschen gedacht, die handlungsfähig bleiben wollen. Wenn du bereits erkrankt bist (z. B. Burnout, Depression), geh bitte zuerst zu deinem Hausarzt und lass dich an einen Therapeuten überweisen. Denn: Coaching kann nie eine Therapie ersetzen.

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Stresskompetenz und Stressmanagement gehört an jede Schule