Warum emotionale Flexibilität Grundlage für Resilienz ist

… und genau diese emotionale Flexibilität trainieren wir systematisch im Mesource® Resilienztraining in 10 Mikrotrainingseinheiten für Einzelpersonen und Teams.

Es gibt so einige Begriffe, die werden insbesondere im Business Kontext inflationär verwendet und manchmal ist es sogar so, dass die eigentliche Bedeutung dieser Worthülse gar nicht klar ist. Aber es hört sich halt wichtig und vor allem gewichtig an. Böse Zungen nennen das auch “Bullshit Bingo”. Für mich gehört der Begriff der “Resilienz” leider hier dazu.

Warum? Weil ich immer wieder feststellen muss, dass die Wenigsten wirklich verstanden haben, um was es da genau geht. Nicht nur im Business, auch auf gesellschaftlicher Ebene. Wir propagieren Resilienz, treffen aber gleichzeitig Entscheidungen und Verhalten uns so, dass wir Fragilität fördern und ein Stück weit unbewusst sogar auch fordern. Fragilität wird uns jedoch nie ans Ziel bringen. Der Wunsch nach Erfolg mag ein löbliches Unterfangen sein, er darf sich der Realität schlussendlich aber immer unterordnen.


Unsere Emotionen sind wichtig, aber sie haben nicht immer Recht

Starker Tobak, ich weiß - insbesondere von jemandem, der im Bereich der emotionalen Intelligenz zuhause ist.

Emotionen sind Informationsträger. Sie zeigen uns, wie das Umfeld auf uns wirkt und was das innerlich mit uns macht. Wie gehen wir mit Reizen im Außen um und was lösen sie ins uns aus?

Reaktion auf einen Reiz im Außen: Wahrnehmung + Bewertung = Verhalten

Ein stark vernachlässigter Faktor in dieser Gleichung ist der Aspekt unserer Wahrnehmung. Unser Gehirn kann unmöglich alle Reize aufnehmen - gerade in der heutigen Zeit. Reizüberflutung deluxe. Da brauchen wir Filtermechanismen. Die Natur hat da natürlich schon super mitgedacht und die gleich mitgeliefert. In Zeiten von Stress übernimmt bei den Meisten leider der Autopilot und der filtert dann halt so, wie er filtert: Gefahren rechtzeitig erkennen hat Prio Nr. 1, alles andere ist unwichtig. Das bedeutet gleichzeitig aber auch, dass unser Gehirn gewisse Reize (d.h. Informationen) komplett ausblendet, weil unser Gehirn glaubt, dass sie gerade nicht wichtig sind, was unser Überleben angeht. Die Reize, die wahrgenommen werden, werden eher negativer interpretiert, als sie sind und je nachdem, was wir z.B.

  • in unserem Leben selbst erlebt

  • bei anderen beobachtet oder

  • durch Erzählungen mitbekommen haben

ist die Einstufung dessen, was wir als “Gefahr” sehen, sehr individuell. Unbewusste dysfunktionale Glaubenssätze spielen hier eine verdammt große Rolle. Ebenso kognitive Dissonanzen und andere psychologische Phänomene, die unser Urteilsvermögen massiv beeinträchtigen - insbesondere unter Stress (dazu gibt es in einem separaten Blogartikel zeitnah aber mehr).

Nur bereits vorhandene Informationen fließen in die Bewertung ein, die in unserem Gehirn stattfindet: das sind die eben genannten 3 Punkte, aber auch sämtliche andere Informationen, die wir aufnehmen - aus Büchern, Nachrichten und anderen Medien. Ergebnis dieser Bewertung sind dann auch unsere Emotionen. Daraus mündet am Ende unser Verhalten, denn wenn ich Angst oder Trauer spüre, tue ich meistens andere Dinge als wenn ich gerade Stolz oder Ehrfurcht spüre. Das meine ich, wenn ich sage “Emotionen sind wichtig, aber sie haben nicht immer Recht”. Emotionen sind Informationsträger, weil sie all das offenlegen und wir dann an diesen Themen auch arbeiten können.

 

Der erste Schritt ist Selbstwahrnehmung

Emotionsforscher Dr. Dirk Eilert beschreibt in seinem C-FEP Modell der Emotionsverarbeitung („Core Functions of Emotion Processing“) insgesamt vier Kernfunktionen:

  1. Impathie: wir horchen hinein und spüren früh, was in uns gerade passiert.

  2. Empathie: wir nehmen wahr, was beim Gegenüber gerade passiert.

  3. Emotionsregulation: wir arbeiten gezielt und bewusst mit den Emotionen, um den Zustand zu erreichen, der am hilfreichsten und sinnvollsten für die Bewältigung der aktuellen Herausforderung ist.

  4. Emotionsausdruck: wir gehen in die Handlung. Wir kommunizieren klar, ohne zu verletzen.

Diese vier Kernfunktionen bilden das Fundament des Mesource® Resilienztrainings. Hier lernst du nicht nur, sie zu verstehen - du trainierst sie praktisch und situationsbezogen.

In diesem Blogartikel kannst du mehr zu Metakognition und Selbstwahrnehmung erfahren.

 

Das Mesource® Kernstück: dein emotionaler Werkzeugkoffer

Mit emotionalen Coping-Strategien ist es wie mit Werkzeugen: ich kann manche für Aufgaben verwenden, für die sie eigentlich nicht gemacht sind und eine Zeit lang halbwegs über die Runden kommen. Ideal ist es aber, wenn ich einen gut gefüllten Werkzeugkoffer habe, um dann auf das passendste Werkzeug für die anstehende Aufgabe zurückgreifen zu können. Genau diesen Werkzeugkoffer bauen wir im Mesource®-Training Schritt für Schritt auf - damit du unter Druck nicht nur irgendwie reagierst, sondern flexibel und handlungsfähig bleibst.

Wenn wir auf bestimmte Emotionen keinen Zugriff haben, ist das so, als würden wir versuchen, mit nur einem Hammer und einem Schraubenzieher ein komplettes Haus zu renovieren. Das könnte ein ziemlich mühsames Unterfangen werden, oder?

Die Welt der emotionalen Coping-Strategien nach Mesource®

Auch in den Mesource®-Trainings arbeiten wir mit dem Motivkompass®. Das ist unser Werkzeugkoffer.

Du musst nur positiv denken!” oder “Du musst die Dinge so nehmen, wie sie sind!” sind gut gemeinte Ratschläge. Wenn ich das draufhabe, bedeutet das aber noch lange nicht, dass ich wirklich auch resilient bin. Alleine diese Aussage ist irreführend. Denn eines ist essentiell wichtig für das Verständnis von “Resilienz”:
es gibt keinen Resilienz-Muskel, den wir trainieren können und es gibt keine universellen Resilienzmerkmale - auch, wenn das immer wieder propagiert wird. Resilienz ist kein angeborenes Merkmal – und es gibt auch keine Eigenschaft, die automatisch schützt.
- Ja, herzlichen Glückwunsch! Warum sind wir dann überhaupt hier?

Gut, dass du fragst 😆☝🏻

Resilienz entsteht aus dem dynamischen Zusammenspiel individueller, kontextueller und sozialer Faktoren. Resilienz ist also immer nur ein Ergebnis und keine einzelne Fähigkeit. D.h. “ich bin resilient” kann nicht stimmen. Korrekter wäre “ich zeige in der Regel resiliente Reaktionen”. Das klingt jetzt ein wenig nach Korinthenkackerei, diese Differenzierung ist aber wichtig! Denn der Prozess startet bei jeder neuen Herausforderung beo 0.

Faktoren sind z.B.:

  • Wie geht’s mir gerade?

  • Wie sieht die Situation konkret aus?

  • Welche Werkzeuge habe ich gerade zur Verfügung? Auf welche Fähigkeiten kann ich zurückgreifen?

  • Habe ich Unterstützung oder bin ich auf mich alleine gestellt?

Resilienz ist also das Ergebnis flexibler Selbstregulation - und die Fähigkeiten, die eine resiliente Reaktion wahrscheinlicher machen, können wir sehr wohl trainieren.

 

Die Kernfrage hier lautet:

Mit welchen Emotionen reagieren wir auf Ereignisse unseres Lebens und welche Emotionsregulationsstrategie wenden wir an?

Die Dinge so anzunehmen, wie sie sind, ist super hilfreich, wenn wir z.B. im Stau stehen. Warum? Weil wir keinerlei Einflussmöglichkeiten mehr haben, sobald wir drin stehen. Wir können uns tierisch aufregen, die anderen Autofahrer anschreien oder uns sonst wie verausgaben, aber am Stau ändern wird es Nullkommanix. Wenn wir es richtig drauf haben, können wir die “Annahme” noch mit der Strategie der “positiven Neubewertung” kombinieren: “Welche Möglichkeiten habe ich jetzt, die ich ohne den Stau nicht hätte?” Das könnten z.B. Dinge sein wie “Ich kann jetzt ganz in Ruhe Kundentelefonate erledigen oder endlich mal meine E-Mails durcharbeiten.” Oder - und das mache ich gerne - wir drehen die Musik auf und haben eine gute Zeit (= laden uns mit emotionalen Ressourcen auf).

Soweit zur Herausforderung “Stau”. Was wäre, wenn unser Haus in Flammen steht? Wäre dann die Strategie der Annahme immernoch das Maß der Dinge? Stell dir einfach mal vor, dein Haus brennt und du sitzt auf der Couch und denkst dir “Ja, mei. Ist halt so”, während du dir erstmal genüsslich dein Handy ziehst und Social Media scrollst. Das wäre ziemlich dämlich und schlussendlich auch fatal, oder? Hier wäre es angebrachter, so schnell wie möglich ins Tun zu kommen und versuchen, Einfluss zu nehmen: z.B. durch Löschversuche oder der direkten Flucht aus dem Haus. Den Anruf bei der Feuerwehr natürlich nicht vergessen ☝🏻

Jetzt wird klar, worum es bei den Coping-Strategien geht, oder? Es kommt immer auf die Situation an, was gerade am sinnvollsten ist. Die eine Strategie gibt es nicht. Und Zugriff auf die einzelnen Strategien bekommen wir eben über die Emotionen, denn:

Emotionen versetzen uns in handlungsbereite Zustände.

 

Emotionale Flexibilität sorgt dafür, dass

  • du wahrnimmst, was ein Reiz im Außen in dir auslöst

  • du deine Bewertung äußerer Reize flexibler gestalten kannst

  • du besser einschätzen kannst: passt die Emotion zur Situation, auch in der Intensität?

  • du auftretende Emotionen selbst regulieren kannst

  • ressourcenreiche Emotionen gezielt einsetzen kannst, um deine Handlungsfähigkeit zu stärken

  • das passende Verhalten zur aktuellen Situation zeigen kannst

Und genau das trainieren wir im Mesource-Training®: Praxis pur, denn es geht darum, dass du dir diese Fähigkeiten aneignest, sie auch unter Druck abrufen kannst und nicht nur irgendwelche Infos konsumierst, mit denen du dann eh wieder nichts machst, weil sie im Alltagschaos untergehen.

Erfahre mehr zum Mesource®-Resilienztraining.

 

Auch hier gilt natürlich:

  • emotionale Stabilität ist Voraussetzung zur Teilnahme

  • Tiefer sitzende Blockaden sind in einem 1:1 Coaching besser aufgehoben

  • Das Training ist auch kein Ersatz für Therapie

 

Möchtest du emotionale Flexibilität nicht nur verstehen, sondern auch systematisch trainieren? Hier lernst du genau das - in 10 Mikrotrainingseinheiten oder 5 Halbtages-Workshops. Praxisnah, evidenzorientiert und für den echten Alltag unter Druck.

Ein offenes Gruppenformat, zu dem du dich als Einzelperson anmelden kannst, wird es zeitnah geben. Trainings für Gruppen aus Unternehmen, Vereinen usw. führe ich auch jetzt schon auf Anfrage durch - online und auch vor Ort in Villingen-Schwenningen und ganz Baden-Württemberg. Seid ihr etwas weiter weg? Kein Problem - schreibt mich einfach an und wir schauen, was sich machen lässt.

Werd’ wunderfitzig,
deine Jessi.



Quellen:

  • Moors, A. (2020). Appraisal theory of emotion. In Encyclopedia of Personality and Individual Differences.

  • Baumeister, R. F., et al. (2001). Bad is stronger than good. Review of General Psychology.

  • Rozin, P. & Royzman, E. B. (2001). Negativity bias, negativity dominance, and contagion. Personality and Social Psychology Review

  • Eilert, D. W., Mensah, P. & Buchheim, A. (2025)

  • Bonanno, G. A. (2024). The three axioms of resilience. Journal of Traumatic Stress, 37(5), 717–723

Weiter
Weiter

Ich wollte wissen, ob das Rebranding funktioniert hat. Also hab ich eine KI gefragt.